Die Grünen waren einst angetreten, auch um mit klaren Worten klare Gedanken zu äußern, Gedanken, die jeder verstehen sollte. Sie sind jener Flügel der APO, der sich für den Marsch durch die Institutionen entschieden hatte. Die anderen, denen dieser Marsch zu lang war und die eine Abkürzung suchten, landeten in Stammheim. In den politischen Mythen aber leben sie fort. (Ironischerweise wird in noch einigen Generationen, wenn Joschka Fischer & Co längst vergessen sind, Baader und Meinhof in den Köpfen mancher Nachgeborenen noch immer ihr Unwesen treiben.)

Inzwischen haben die Grünen viel gelernt, haben auf ihrem Marsch durch die Institutionen so manchen Weichmacher geschluckt. Und viele reden, als seien se geradewegs der Brüsseler Bürokratie entsprungen.

So auch Rebecca Harms, die Grünen-Fraktionschefin im europäischen Parlament. In einem Gespräch mit dem Inforadio RBB ließ sie sich zu folgendem hinreißenden Satz hinreißen:

„[…] solange wir keine Richtlinie haben, die verbindliche Sicherheitsstandards festlegt, werden wir auch keine höchstmögliche Sicherheit haben.“ (Rebecca Harms, Die Grünen)

Alles klar? Nun, es geht um Sicherheitsstandards für Atomreaktoren Ein EU-Bericht, der diese Standards aller europäischen AKWs einem Stresstest unterzogen hat, dessen Ergebnisse nun vorliegen, attestiert nur einem einzigen Reaktor auf dem Territorium der EU Mängelfreiheit. Und der steht nicht in Deutschland.Ohne Sicherheitsstandards keine Sicherheit: die Grünen haben ihr Ziel erreicht, haben den Stresstest in Sachen Anpassung auf dem langen Marsch erfolgreich absolviert. Gut, dass wir euch haben, Grüne!