Sterben – das tut man einer Katze nicht an. Denn was soll die Katze
in einer leeren Wohnung.
An den Wänden hoch,
sich an Möbeln reiben,
Nichts scheint hier verändert,
und doch ist alles anders.
Nichts verstellt, so scheint es,
und doch alles auseinandergeschoben.
An den Abenden brennt die Lampe nicht mehr.
Auf der Treppe sind Schritte zu hören,
aber nicht die.
Die Hand, die den Fisch auf den Teller legt,
ist auch nicht die, die es früher tat.
Hier beginnt etwas nicht
zur gewohnten Zeit.
Etwas findet nicht statt,
wie es sich gehörte
Jemand war hier und war,
dann aber verschwand er plötzlich
und ist beharrlich nicht da.
Alle Schränke durchforscht.
Alle Regale durchlaufen.
Unter die Teppiche gekrochen und nachgesehen.
Sogar trotz des Verbots
die Papiere durcheinandergeworfen.
Was bleibt da noch zu tun.
Schlafen und warten.
Komme er nur,
zeige er sich.
Er wird schon sehn.
Einer Katze tut man so etwas nicht an.
Sie wird ihm entgegenstolzieren,
so, als wollte sie’s nicht,
sehr langsam,
auf äußerst beleidigten Pfoten.
Zunächst no h ne S 2. April 2009