Die USA haben sich einen neuen Präsidenten gewählt. Einen aus ihrer Mitte, geradlinig, fest und starr wie ein Baum und ohne Hintergedanken in dem was er sagt und tut. Sei`s drum, wenn er auch Vordergedanken hätte.

Er ist ja die erste Runde ganz munter angegangen, den mexikanischen Präsidenten hat er gleich mit einer graden Rechten zu Boden gestreckt. Wirkte dann aber doch etwas überrascht, dass der nicht am Boden kleben blieb.

Auch der Kreativbereich um den neuen starken Mann ließ sich nicht lumpen und prägte, um die eigenen Ziele nicht allzu utopisch erscheinen zu lassen, neue Wörter und Ausdrücke. Das schönste ist wohl „alternative Fakten“ / „alternative facts”. Schade nur, dass es schon jetzt durch das mediale Dorf getrieben wird. Wenn das neue-)Wort des Jahre am Jahresende gekürt wird, ist es vielleicht schon wieder vergessen.

Doch es wird andere Wortschöpfungen geben, mit deren Hilfe Argumentationslücken gekittet werden sollen. Es hat solche Prothesen auch früher schon gegeben. Als ich von den„alternativen Fakten“ hörte, fiel mir spontan ein Klinikaufenthalt mit Operation ein, in dessen Verlauf eine Wundinfektion aufgetreten war. Das bedeutete für mich weitere Wochen Krankenhausaufenthalt und für die Krankenkasse nicht unerhebliche Mehrkosten. Um diesen Mehraufwand legitimieren zu können, wurde die Infektion in eine „Sekundärheilung“ umgedichtet.Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Dennoch: Ich hätte zu gern gewusst, ob die „Sekundärheilung“ als zusätzliche Leistung des Krankenhauses auch in Rechnung gestellt worden ist.

Zum Schluss ein guter Rat von mir. Ich bin in paar Jahre älter als Sie, Sie können mir also vertrauen, Mister President: Vergessen Sie nicht, dass ein Staat wie ein Kartenhaus ist. Ja, gerade auch die Vereinigten Staaten. Wenn Sie irgend etwas nachträglich verändern wollen, auch nur eine einzige Karte austauschen – es geht nicht. Das Ganze wird Schaden nehmen, alles wird einstürzen! Versuchen Sie es doch einmal. Oder nein, lieber nicht.