Eine Naturkatastrophe in Japan bringt ans Tageslicht, dass beim Bau und Betrieb von Atomkraftanlagen – na, sagen wir mal – leichtfertig verfahren wurde. Nach und nach kommt zum Vorschein, was der Betreiber (Tepco, vor Ort bekannter unter dem japanischen Namen: Tôkyô Denryoku oder kurz: Tôden) alles so im Lauf der Zeit unter den berühmten Teppich gekehrt hat. Nun packt ihn – vielleicht nicht die Reue, sondern – die Angst vor dem Menetekel, und er beschließt, die Opfer zu entschädigen. Nicht opulent, aber man soll den guten Willen bemerken.

Daraufhin sackt der Börsenkurs der Tôden-Aktie rasant ab. In den Medien hier wird dies als schlechte Nachricht für den Anleger weitergereicht. Mit dem Unterton: Eine AG, die ihre Shareholder in der Priorität so weit zurücksetzt, darf sich nicht wundern, wenn die Börse ihr die kalte Schulter zeigt. Oder anders ausgedrückt: Mitgefühl ist nur angebracht, wenn es nicht um Zahlen geht.