Wir haben einen Bundespräsidenten, Christian Wulff heißt er, glaube ich, der redet sich um Kopf und Kragen. Fast jeder unserer Bundespräsidenten hatte seine Macke, der eine legte sich mit der deutschen Sprache an („Indonesien besteht aus vielen Inseln, dazwischen liegt das Meer“). Andere wiederum sangen Volkslieder, ein weiterer wanderte und so fort.

Was Herrn Wulff angelastet wird, ist hinreichend bekannt und braucht hier nicht wiederholt zu werden. Nun aber hat er sich, denke ich, den finalen Schuss gesetzt: In einer amtsinternen Neujahrsfeier soll er gesagt haben, in einem Jahr sei alles vergessen. Wer so denkt, gehört nicht an die Spitze eines demokratischen Staats. Auch wenn das Amt keine politische Macht besitzt, sondern „nur“ das Volk repräsentiert, – das aber, Herr Wulff, sind allemal wir! Stellen wir also die Wecker!

Schade eigentlich, hatte seine Amtszeit doch recht hoffnungsvoll begonnen, als er den Islam zu einem Teil der deutschen Kultur erklärte. Ist das vielleicht der Grund, weshalb ihn ausgerechnet die Springer-Presse jetzt vom Thron hebeln will?