Der Betreiber eines Hostels in Berlin wird interviewt. Sein Werdegang, seine Erkenntnisse stehen im Mittelpunkt des Gesprächs. Er ist lange durch die Welt gefahren, als Backpacker. Zwei Jahre habe er in Japan zugebracht, berichtet er. Dort habe er nach einer schweren gesundheitlichen Krise wieder zu sich selber gefunden. Warum er nicht dort geblieben sei, wird er gefragt. Als Antwort erzählt er eine Geschichte:
„Es gab ein Restaurant in der Nähe meiner Wohnung, wo ich im Regelfall abends gegessen habe. Und es gab ein Ritual, das jeden Abend, an dem ich da war, also drei-, vier-, fünfmal die Woche, wiederholt wurde: Jedes Mal nahm die Kellnerin die Stäbchen vom Tisch und legte Messer und Gabel hin. Ich bestellte mein Essen auf japanisch, unterhielt mich mit ihr auf japanisch, habe immer Messer und Gabel wieder weggelegt und die Stäbchen vom Nachbarplatz genommen. Eines Abends habe ich gewusst: Ich werde keine Chance haben, in diesem Land jemals integriert zu sein.“