Hochburgen waren einst Bollwerke zur Abwehr von Angriffen des Feindes, auch Fliehburg genannt. Sie galten als besonders schwer einnehmbar, weshalb man sich dorthin zurückzog, wenn es brenzlig wurde.
Heute scheinen Hochburgen eher das Gegenteil darzustellen. So wurde in zwei aufeinander folgenden Sätzen einer Radiomel- dung die syrische Stadt Homs einmal als „Protesthochburg“ bezeichnet, um gleich darauf als „Rebellenhochburg“ wieder aufzutauchen. „Rebellen“ und „Protestierende“ waren zwei ver- schiedene Gruppen.
Schwer zu verstehen, wie es dazu kommen kann, gäbe es da nicht einen besonderen Sprachgebrauch, dem offenbar alles nachgesehen wird: den journalistischen. Dort bezeichnet Hoch- burg „einen Ort, an dem eine bestimmte geistige, politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Richtung besonders stark vertreten ist (z. B.: Parteihochburg; Fußballhochburg, Kar- nevalshochburg), […] die Residenz „seiner Tollität“ im rheinischen Karneval: Als „Hochburg“ wird in der Regel eine Gaststätte bezeichnet, die als Prinzenhochburg gilt. In dieser Gaststätte residiert der „Prinz Karneval“ bis Aschermittwoch“
Ach so, eine Kneipe also! Ja, das verstehen wir, warum sagt man uns das nicht gleich? Schließlich gibt es ja auch Wahllokale und ähnliches.