Mal ehrlich: Ist es Ihnen schon einmal aufgefallen, dass bestimmte geschlechterbezogene Aktivitäten entweder mit dem Begriffspaar Damen / Herren beziehungsweise Frauen / Männer belegt werden? Mir auch erst heute Morgen bei einem Radio-Kommentar. Ein Austausch scheint nicht möglich. Ein Damen- / Herrenfriseur mit der Berufsbezeichnung Frauen-/ Männerfriseur würde bald Pleite machen. Damenwahl ja, aber Frauenwahl? Da könnte der „Herr“ ja seiner Wählenden gleich unter den Rock greifen.
Besonders evident ist dieser Selektionismus im Sport. Reiterinnen sind Damen, natürlich. Fechterinnen ebenfalls. Das Gegenstück heißt dann „Herren“.Und nun kommen wir zum Fußball – und staunen. Kein Mensch sagt „Damenfußball“, nein, die anrückende WM ist die des Frauenfußballs. Bei den Männern ist das noch einfacher: Da wird die Geschlechtsbezeichnung einfach weggelassen: „Fußball“ ist per se Männersache. Und wenn schon, dann selbstverständlich: „Männerfußball“. Es wäre müßig, die Herkunft dieses Sports aus der Gosse verschleiern zu wollen. Doch halt, was ist mit dem Frauenarzt? Warum nicht „Damenarzt“? Haben hier die Geschlechterstereotype nicht gegriffen? Und was ist mit dem Damenbart? So ganz eindeutig ist die deutsche Sprache nun doch nicht. Dafür aber umso dogmatischer.
Denn wir hätten wohl bei „Damenfußball“ die Assoziation selbstgehäkelter Trikots oder Stutzen. Und wenn die Fußball spielenden Frauen eines nicht sein wollen, dann häkelnde Damen. Dann schon lieber Bier trinkende Männer.
Die Frauenfußball-WM, sie mag kommen. Wir sind, auch mental, gerüstet.