Brecht hat viele einprägsame Sentenzen geschrieben, bei denen jeder denkt: (B)recht hat er!
Ganz besonders gilt dies für die Geschichte von Herrn Keuner, dem ein Freund beim Wiedersehen nach langer Zeit sagt, er (Keuner) habe sich gar nicht verändert. Die kleine Geschichte schließt mit dem Satz: „Herr K. erbleichte.“
Man mag nun daraus schließen, dass Herr K. bei der gegenteiligen Feststellung (er habe sich verändert) sich bestätigt hätte fühlen müssen. Dem stimmen wir zu. Wenn aber jemand, mit dieser Geschichte sich schmückend, nur seine eigene Unstetigkeit beschönigt, – wie der Schriftsteller Pepe Danckwart in einem Gespräch im Inforadio – , dann ist das ein Eigenlob, das bekanntlich nicht nur nicht zählt, sondern obendrein auch noch stinkt. Und letztlich doch nur die eigene Beliebigkeit in der Themen- und Perspektivwahl bemänteln soll. („Man kann nicht immer ein 68-er sein“ will sagen: „Ich will auch mal ran ans Kalte Buffet.“)
Das aber hat Brecht nicht verdient.