Kritisch wird es für jeden Radiosprecher, wenn ein wohlbekanntes Wort in verändertem Gewand daherkommt. Radiosprecher sind dazu erzogen, dem zu trauen, was Ihnen der Computer anbietet, nicht aber selber nachzudenken. Wenn aber doch einer mitdenkt, dann kommt leicht folgendes heraus:
Gefordert ist die weibliche Form von Herausforderer. Wir wissen aus vielen analogen Fällen, dass an die männliche lediglich ein -in anzufügen ist – fertig: Lehrer+in. Also: Herausfordererin. Wenn sich aber für den Bruchteil einer Sekunde der Zweifel einschleicht, ob da das eine oder andere -r nicht doch entbehrlich sei, landet man unweigerlich bei: Herausforderin. Geht doch auch, oder? Jedenfalls gibt es keine Abstriche bei der Verstehbarkeit.
Schlimmer wäre es, wenn man der Fülle der r nicht mehr Herr würde und in einen unkontrollierbaren Schleuderzustand geriete: Herausforderererin. Doch dazu sind die Sprecher zu sehr Profis, das passiert nur uns Gelegenheitssprechern.