Ein „Heldenmarkt“ findet am 19./20. November am Postbahnhof statt. So weit, so normal. Auch wenn ich mit dem Namen selbst nicht viel anfangen kann. Handeln dort Helden oder wird mit ihnen gehandelt? Das Deutsche ist in seiner Syntax der Wortkomposita leider nicht eindeutig. So weiß ich in einem deutschen Restaurant nie, ob, wenn ich ein Bauernomelette bestellte, nicht ein Bauer auf meinem Teller Platz findet, natürlich omelettiert. Bei einem Lammsteak bekomme ich ja auch ein Lamm, zumindest ein Stück davon.
Aber das ist beim Heldenmarkt gar nicht vorrangig mein Problem. Der Untertitel ist es: „Messe für nachhaltigen Konsum“. Was ist denn das? Wenn wir vom nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen sprechen, meinen wir einen so sorg- und sparsamen Umgang mit ihnen, dass sie Gelegenheit haben, nachzuwachsen, sich zu regenerieren. Wie geht das beim Konsum? Können wir den auch so steuern, dass immer noch ein bisserl überbleibt? Vielleicht können wir das, doch wollen wir das auch?
Ich vermute, dass der Konsum so beschaffen sein soll, dass wir nicht alles wegfuttern, sondern genug übrig lassen, dass sich die Rohstoffe aus eigener Masse wieder erholen können. Wie das allerdings in die Gestalt einer Messe gebracht werden kann, würde mich schon interessieren. Vielleicht gehe ich ja hin, allein schon um die DJs in Bio-Qualität zu sehen. Aber das habe ich wohl falsch gelesen. Dazwischen findet sich ein senkrechter Strich, auch so ein neues Satzzeichen, dessen Bedeutung niemand wirklich kennt, geschweige denn erklären kann. Trennt offensichtlich.
Doch immerhin, Kannibalismus ist bei 7 Milliarden schon eine Option. Aber ob so ein paar DJs ausreichen werden, die Menschheit satt zu machen, darf bezweifelt werden.