“Die Stärkung der Innenstadt zugunsten der Zersiedelung auf der grünen Wiese – das ist schon fast ein Mantra von Ingeborg Junge-Reyer (SPD)“, behauptet die taz am 23.Januar in ihrem Berlin-Teil (S.21).
Dieser Satz hat es in sich! Beim Frühstück, den Kaffee in der rechten, die Zeitung in der linken Hand haltend, nebenbei und leichthin genossen, entfaltet er spätestens im Magen sein zerstörerisches Wirken. Da werden die Innenstädte gestärkt, damit die grüne Wiese zersiedelt werden kann? Und das von unserer guten alten SPD? Es gilt den Anfängen zu wehren, damit wir nicht eines Tages lesen müssen:
● Dealen zugunsten der Aushöhlung des Rechts
● Rauchverbot in der Öffentlichkeit zugunsten der Zunahme von
Atemwegserkrankungen.
● Schaffung von Lehrerstellen zugunsten der mangelnden Deutschkenntnisse vieler
Schüler.
● Zahlung einer Abwrackprämie zugunsten der Verschmutzung der Luft
Man könnte die Liste noch eine Weile fortsetzen. Kein Wunder bei solchen Sätzen, dass die SPD nicht weiß, wo lang es gehen soll. Oder liegt’s an den Journalisten? Man wünschte manchmal, dass ihnen Formulierungen gelängen wie: „zwischen den Fingern Schwimmhäute wachsen [lassen]“ (zur Siedlungsentwicklung zwischen den S-Bahn-Achsen in Berlin). Sätze, die an Plastizität nichts zu wünschen übrig lassen, die sogar ich verstehe. Doch die werden als „Planer-Jargon“ desavouiert.