Cooles Kerlchen, der Sarrazin! Distanziert sich vor dem Parteigericht von seinen anti-migrantischen Äußerungen (was allein schon sehr clever war: Es tue ihm leid, wenn er missverstanden worden sei, – alle Schuld den Rezipienten), um kurz danach wieder zuzuschlagen. Bei seinem ersten öffentlichen Auftreten nach dem gescheiterten Ausschlussverfahren erklärte er, er habe nichts von seinen Buch-Thesen zurückgenommen.

Was soll das? Warum quält der Mann seine Partei so? Ganz einfach: Er verdient viel Geld damit. Und das täte er nicht, wäre er nicht in der SPD. Denn, was er sagt, findet nur deshalb Aufmerksamkeit, weil er es aus der SPD heraus sagt. In jedem anderen organisatorischen Kontext würde man diese xenophoben verbalen Rüpeleien gar nicht wahrnehmen, würden sie sich doch von ihrem jeweiligen ideologischen Hintergrund kaum abheben. Nur die SPD bietet ihm die Folie, vor der er auffällt, wenn er ausfällt. Vielleicht noch die Grünen vermöchten das, doch in diese Partei kommt er gar nicht erst rein, – da sei Ströbele davor.

Der Mann will das große Geld. Nie wieder Bratwurst aus dem Sonderangebot! Und er wird es bekommen, das Geld. Denn er versteht es, aus dem Widerspruch zwischen der Partei und seiner eigenen Position Funken zu schlagen. Goldfunken.