Wenn eine Zeitung wie die Berliner Morgenpost mit einem solchen Titel aufmacht (am 8.Oktober 201 4, S.1), dann muss man das ernst nehmen. Und wenn man in einem Milieu sich aufzuhalten gezwungen ist, wo es kaum andere Informationsmöglichkeiten gibt, dann gilt das um so mehr. Kaum eine andere Tageszeitung steckt mit ihrer Nase so tief im Mief Berliner Amtsstuben. Was also sagt sie uns? Ohne den Zusammenhang zu kennen, wird uns durch diese Schlagzeile suggeriert, dass es in unseren Amtsstuben hoch her geht, ihre Mitarbeiter seien Krawallnudeln. Denn wer ist denn in diesen Ämtern das Agens? Richtig, die Landesbeamten! Doch die üben Gewalt aus?
Dass die Zeitung etwas ganz anderes sagen will, wird erst im Nachgang klar: die Mitarbeiter in den Amtsstuben sind nicht Täter, sondern Opfer. Sie sähen sich mit „steigender Gewalttätigkeit konfrontiert“.
Das kann ja alles sein, jedoch wollen wir hier den Wahrheitsbeweis nicht führen. Vielmehr die Morgenpost fragen, was sie eigentlich hindert, ihre Meinung so zu sagen, wie sie sich ihr darstellt? Einige werden sagen, ganz bestimmt sei das auf den Meinungsterror der studentischen Radikalinskis und ihr Deutungsmonopol zurückzuführen. Doch dieses Angebot weisen wir herzlich lächelnd zurück.
Also, liebe Morgenpost, so bitte nicht! Wir wollen schon wissen, wer Ross ist und wer Reiter. So kommen eigentlich nur Formulierungen wie die in Frage:
1. „Beamte üben Gewalt in ihren Amtsstuben aus.“ 2. -„Gewalt durch Beamte nimmt zu. 3. „Beamte müssen zusehen, wie sich Flüchtlinge gegenseitig bedrohen.“ 4. „Flüchtlinge bedrohen Mitarbeiter Berliner Behörden“
Und jetzt raten wir mal, was die Morgenpost wohl gemeint haben könnte.