Berlin ist arm, aber sexy. Mit diesem Satz hatte sich seinerzeit der Regierende Bürgermeister in die Schlagzeilen geschossen. Kürzlich stellte ein Staatssekretär seiner Regierungsmannschaft fest, dass, wenn man sich der Stadt mit dem Auto nähere, der Lauf der Räder zunehmend unruhiger, holperiger werde: Berlin habe, so diagnostizierter er, die härtesten Schlaglöcher. Obwohl es doch die Großstadt in Deutschland mit dem geringsten Autoanteil je Haushalt ist. Das mache man dieser Stadt erst einmal nach: arm, sexy und obendrein die schärfsten Schlaglöcher!
Die Rumpeltour des Politikers hatte Folgen. Auch in diesem Jahr werde der Senat ein Schlaglochsanierungsprogramm auflegen. Was bitte? Ja, genau: ein Programm zur Sanierung der Schlaglöcher. Nicht etwa der Straßen. Aber wozu brauchen wir denn gesunde Schlaglöcher? Wir brauchen keine! Denn auch ein saniertes Schlagloch ist ein schlechtes Schlagloch.
Überhaupt, wie soll denn ein Schlagloch aussehen, das gesundet wurde? Komfortklasse mit gepolsterten Rändern? Samtüberzug etc? Ach, liebe Politiker! Wenn ihr mit der deutschen Sprache nicht so elendiglich auf dem Kriegsfuß stehen würdet, könntet ihr vielleicht Gutes bewirken. Dann nämlich wenn man euch beim Wort nehmen kann. Doch derzeit müssen wir erleben, dass jeder Versuch in dieser Hinsicht ergebnislos im Nichts, oder besser gesagt: beim Gegenteil endet.
Also Straßensanierung muss her. Doch das wird teuer, Schlaglochsanierung hingegen klingt preiswerter, fast nach peanuts. Also, es bleibt dabei: In Berlin wird das wenige Geld, das durch den Länder-Finanzausgleich hereinkommt, bereits für die Kosmetik ausgegeben. Um aber wirklich und nachhaltig sexy zu sein, muss man schon was aufwenden.
Das Gegenteil trifft zu. Aber was ist das Gegenteil? Die schwierigsten Lehrer unterrichten an den besten Schule.