Die taz hat es nicht leicht beim Spagat zwischen der Herstellung einer lesbaren Zeitung und politisch korrektem Sprachgebrauch. Das zeigt sich einmal mehr im Sportteil, der bei ihr leicht kicherig, da ironisch verfremdet, „Leibesübungen“ heißt.
Jeden Dienstag, wenn die wochenendliche Spielrunde im Bezahl-Fußball zu Ende ist, wird auch in dieser Zeitung der aktuelle Tabellenstand dokumentiert. Denn politisch linke Menschen sind auf eine überraschende und manchmal irritierende Weise fußballversessen, schlimmer noch: vereinsbesessen. Da seit einiger Zeit der Frauenfußball Furore macht und nun viele Frauen ebenfalls wissen möchten, wo Turbine Potsdam steht, hat sich der Bereich der übermittelnswerten Daten erheblich erweitert.
Doch wie nennt man die Ligen? Folgt man der offiziellen Nomenklatur, rutscht man schnell in einen diskriminierenden Sprachgebrauch ab. Lange Zeit hat man das so gemacht, wohl in der Erwartung (oder Hoffnung), es werden ja nicht so viele Frauen in den Sportteil reinschauen. Und wenn, dann sucht ihr Blick Turbine Potsdam und nicht den Namen der Liga.
So kam es zu der absurden Situation, dass sich neben „Bundesliga“ und „Zweiter Liga“ auch „Frauenfußball“ in den Zeilen der taz hielten. Da wurde es einigen Lesern doch zu bunt und sie hielten den Daumen auf die schwärende Wunde. Die Redaktion versuchte, all diese kritischen Returns zu parieren, kam aber terminologisch gewaltig ins Schlingern.
Der vorläufige Höhepunkt wurde am 28 November 2011 (S.18) erreicht, als neben der „1.Liga“ (statt „Bundesliga“) und dem „Unterhaus“ („2. Liga“) auch das „Frauenhaus“ auftauchte. Die 3. Liga taucht ohnehin nicht auf (höchstens im Verbrechensteil, s.30.11.2011). Und das ist gut so.
Wenn man sich aber schon derart verkorksten Wortspielen hingibt, warum nennt man die „1. Liga“ nicht einfach „Oberhaus“? Diplomatische Verstimmungen sind kaum zu befürchten in einer Zeit, in der das britische Außenministerium ausschließlich nach Teheran starrt und sich anschickt, in einen kalten Krieg mit dem Iran einzutreten.