Das ist kein Einzelfall: Unter dem fraglos auf einen männlichen Träger, in diesem Kontext wohl auf mich bezogenen Adressblock, nämlich:

● Detlef Foljanty

● […]str.15

● 12[ …] Berlin Nun beginnt der eigentliche Brief mit der durchaus üblichen

Grußfloskel:

Sehr geehrte Frau Foljanty, […]

Ich schlucke. Die Floskel mag üblich sein, das haben Floskeln ja nun einmal so an sich. Doch einen Mann als Frau anzusprechen, das bedarf schon Dessauerscher Schlitzohrigkeit. Nun kann so etwas schon mal passieren, doch gibt es Anzeichen für einen gezielten grammatischen Fehltritt. Die Generation „Gender Studies“ hat die Vorzimmer der Kulturmanager erobert und setzt nun zum Sprung in die Chefzimmer an. Da wundert es nicht sonderlich, wenn es gelegentlich zu einem clash of civilizations kommt.

Dass meine hochdekorierte Ex-Frau gemeint war, hätte man doch nicht so schamhaft verbergen müssen, ein wenig von dem aus ihren zahlreichen Ehrungen verbliebenen Lametta dezent in den Briefkopf eingearbetet und ebenso dezent zum Schwingen gebracht – schon hätte man mich nicht als katalysatorisches Feigenblatt bemühen müssen.

Aber vielleicht war das ja der Knackpunkt. Frauen sind bei Frauen nicht immer gern gesehen.