Die Bundeswehr wird abgespeckt. Erst feuert man Alpha-Tiere mit ergaunertem Doktortitel, dann muss auch der kleine Gefreite dran glauben. Wehrpflicht war gestern, wird aber nicht grundlegend abgeschafft, sondern in einen Quasi-Schläfer-Status versetzt. Zur Zeit kommt man in den Verein nur als Freiwilliger rein.
Doch auch der gemeine Freiwillige oder freiwillige Gemeine, muss auf das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schwören, der er dadurch seine unbedingte Verteidigungsbereitschaft (zur Not auch am Hindukusch) zur Verfügung stellt. Das soll wohl auch klar machen, dass es ihm / ihr nicht nur um eine Berufsausbildung geht.
Damit das Ganze auch schön schauerlich wird, zelebriert man dieses Gelöbnis am 20 Juli, dem Jahrestag des Attentats gegen Hitler. Dass das damals ziemlich in die Hose ging, weiß jeder, – ein gutes Omen? Und was geworden wäre, wenn es doch geklappt hätte, wagt man sich lieber nicht auszumalen.
Bei dem Gelöbnis gibt es einen Vorsprecher und den Chor der Nachsprecher. (Nicht alle werden eingeladen, nur eine Auswahl aus dem jeweiligen Standort. Anderenfalls wäre das Flugzeug von Frau Merkel auf Monate hinaus ausgebucht.)
Weil’s diesmal also wegen der Freiwilligen eine neue Qualität hat, bringt das Inforadio sogar O-Töne. Das klingt dann so (Achtung, das zentrale Gelöbnis fand in Berlin statt!):
Vorsprecher: „Ich gelobe …“ Chor der Bündler: „Ick gloobe …“
Zuletzt wird einer der Freiwilligen noch gefragt, was ihm am Besten an der Zeremonie gefallen habe. (Wohlgemerkt: nicht ob, sondern was). „Das Ende“, antwortete er ohne Zögern.