Ich rufe jemanden an. Es meldet sich nach dreimaligem Läuten die übliche Automatenstimme mit einem kunstvoll gehäkelten Satzgefüge: „Die gewählte Rufnummer ist besetzt. Möchten Sie den Service der Telekom nutzen und verbunden werden, sobald diese frei ist, sagen Sie bitte: Ja.“
Will ich. Und sage daher: „Ja“
Die Geisterstimme überlegt kurz und bescheidet mich dann: „Dienst oder Dienstmerkmal nicht möglich.“
Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich durch das Raster gefallen? War mein „Ja“ zu straight? Oder – im Gegenteil – zu matt ausgefallen (unterhalb der Reaktionsschwelle)? Hätte ich erwidern sollen: „Da unglücklicherWeise die gewählte Nummer derzeit besetzt ist und der Angerufene keine Anstalten erkennen lässt, diese Besetzung aufzuheben, erlaube ich mir nach langem, reiflichem Überlegen, den Service der stets wie eine Mutter um das Wohl ihrer Kinden – pardon: Kunden besorgten Telekom, der so trefflich den Wünschen eben dieser Kunden entspricht, ihnen gewissermaßen von den Augen abgelesen ist, wahrnehmen wollend ein „Ja“ in die Sprechmuschel des Hörers zu hauchen. Ich hoffe, dass ich nach Beendigung dieses erregend sinnlichen Vorgangs den Dienst oder das Dienstmerkmal in verfügbarer Verfassung anzutreffen. Dies voraussetzend bedanke ich mich … “
Ich sage es nicht und erfahre also auch nicht, was verkehrt war an meiner kurzen Rede, die ja bereits die Bibel empfohlen hat. Doch irgendwas scheint dem Geist nicht gefallen zu haben. Denn grundsätzlich wird der Dienst ja verfügbar gewesen zu sein, sonst hätte man ihn mir ja nicht angeboten.
Bleibt mir also nur, alle paar Minuten neu zu wählen, um das gleiche Zwiegespräch erneut zu führen.