Es interessiert mich schon, aus welcher Sphäre der Ausdruck „auf Augenhöhe“ stammt, mit welch bildhafter Vorstellung er verknüpft ist. Wie immer, verhilft auch hier Wikipedia zu erster Klarheit.
„Die vertikale Positionierung der Augen, durch welche die Körpergröße anderer Personen mit der eigenen verglichen wird, ist meistens direkt mit gesellschaftlichem Status und Selbstwert-Gefühlen verbunden. Menschen verlangen in existenziellen Situationen das Gespräch „auf gleicher Augenhöhe“, d.h. sie wollen den Gesprächspartnern ebenbürtig sein. Wer sich andere Personen größer als sich selbst vorstellt, fühlt sich ihnen meist unterlegen, weniger wertvoll und ordnet sich selbst einen geringeren Status zu.“
Und wie geht „Fußball auf Augenhöhe“ ? Wenn man Sportreporter für kompetent hält und ihnen zutraut, das, was sie sagen, auch zu verstehen, dann muss es diese neue Sportart geben. Nur stelle ich die mir sehr anstrengend vor. Denn während der herkömmliche Fußball eine Höhenbegrenzung nicht kennt, der Ball mithin beliebig flach gehalten werden kann, aber auch beliebig hoch, so müsste bei dieser Variante der Ball mehr oder weniger konstant auf 1,80 Meter gehalten werden. Und das mit dem Fuß! Denn es handelt sich ja nicht um Augenball, oder – seien wir etwas großzügiger: um Kopfball, sondern noch immer um Fußball, aber eben auf Augenhöhe.
Das hat natürlich Auswirkungen auf die Körpergröße der Spieler, denn um miteinander auf Augenhöhe zu spielen, müssten sie ja in etwas gleich groß sein. Oder sollte ein Durchschnittswert berechnet werden?
Fragen über Fragen: Liebe Sportreporter, klärt uns auf. Dann endlich können auch wir uns der neuen Disziplin hingeben.
Sollte der Ausdruck allerdings metaphorisch gemeint sein, etwa in dem Sinne, wie ihn Wiki erklärt, dann stellt sich die Frage nach dem Zweck eines solchen Sports. Denn einer muss schließlich verlieren, das ist so beim Sport: Es geht immer um Leben oder Tod.