Das Herz geht mir auf. Spätfrühling oder Frühsommer, was weiß ich. Jedenfalls strahlt die Sonne, die Vögel tirilieren, der Kaffe in meiner Hand ist frisch gebrüht („coffee to drink“), blühende Blumen ringsherum. Was für ein Tag in Berlin!
Und dazu ein Bericht in der taz, dessen Sprache mir die Gedanken im Hirn zergehen lässt wie Butter im Wüstenwind: „Jene rätselhafte Ameisenhaftigkeit, von der uns zuletzt die Katastrophenkorrespondenten knietief watend in ihren kulturalistischen Vorurteilen berichtet haben, findet man in Takayamas Arbeit jedenfalls nicht.“ Es geht um „Compartment City“, eine Installation des japanischen Theatermanns Takayama Akira oder Akira Takayama, der damit bei den diesjährigen Wiener Festwochen dabei ist.
Ich meine aber nicht Takayama, der sicherlich eine andere, wortfreie Sprache gefunden hat, sein Anliegen rüberzubringen. Ich meine den Rezensenten, Uwe Mattheiss. Seine präzis pointierende Diktion schließt den Geist auf, nimmt für sein Anliegen ein, noch bevor man es richtig begriffen hast. Wie schön könnte Sprache sein, man möchte jubeln über die liguistischen Juwelen, – wäre da nicht die bitterböse Realität, von der sie berichten.
Da stoßen einem Sarrazins Menüempfehlungen für Hartz-IV- Empfänger sauer auf, die nicht weit entfernt sind von der Maissuppe aus dem Automaten in Tokyo. Danke Herr Mattheiss!