Fremdsprachen solle man lernen, um das Schweigen des Ausländers verstehen zu können, hatte der polnische Aphoristiker Stanislaw Lem empfohlen. Was aber, wenn die Ausländer gar nicht schweigen? Sondern „Arabisch oder eine unverständliche Fremdsprache“ sprechen? Unser Innensenator Körting hatte im Fernsehen die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, in einem solchen Fall die Behörden zu benachrichtigen.

Diese Empfehlung wirft mehrere Fragen auf: 1. Woher weiß ich, dass es Arabisch ist, was meine Nachbarn sprechen? 2. In welcher Sprache sollten sich Araber unterhalten? 3. Gibt es auch verständliche Fremdsprachen? Oder liegt es nicht an mir, dem Lauscher, ob ich eine Sprache verstehe oder nicht? 4. Wenn Fremdsprachen per se unverständlich wären, wie könnte man sich dann mittels ihrer verständigen ? 5. Schließlich: Darf man in Deutschland nur Deutsch sprechen? Dann sollte man schnellstens die Deutsche Bahn informieren!

Angesichts der unzureichenden schulischen Leistungen gerade in den Fremdsprachen, die unseren Kindern immer wieder attestiert werden, muss man befürchten, dass die Anzeigen gegen Menschen, die in einer (dem Anzeigenden) unverständlichen Sprache sprechen, sprunghaft ansteigen werden. Man kann also angehenden Terroristen nur empfehlen, Deutsch zu lernen und in dieser Sprache auch zu kommunizieren. Das macht Sinn, denn für viele Einheimische ist Deutsch, zumal in der hochdeutschen Variante, auch eine Fremdsprache.