Die deutschen Vereine des Frauenfußballs tun alles, um aus dem Schatten des Männerfußballs herauszutreten. Eigene Liga sowieso, eigene Termine und Lokalitäten für wichtige Spiele (früher oft nur Vorspiel zu einer Männermannschaftsbegegnung), eigene Stars, eigene internationale Wettbewerbe, einschließlich WM im eigenen Land und so manches mehr.

Die Medien lohnen es nicht, oder nicht immer: Wird eine Frauenspiel im TV übertragen, gibt man sich mit einigen wenigen Kameras zufrieden, der Bildschnitt ist entsprechend armselig. Und auch die Freunde in den Medien erweisen sich nicht immer als echt: So hat die taz die Ergebnisse der Frauen-Bundesliga lange Zeit nur lückenhaft gemeldet. Dann fanden sie sich in der Montagsausgabe zusammen mit anderen Fußballergebnissen, meist in der Abfolge: „Fußball-Bundesliga“ … „Frauenfußball“. Als ich in einem Leserbrief darauf aufmerksam machte, kam erst einmal gar keine Antwort. Da sich nichts änderte, schrieb ich erneut. Es folgte eine wortreiche Entschuldigung des Ressortleiters. Einige Wochen später tauchte der „Frauenfußball“ wieder im Anschluss an die „Fußball-Bundesliga“ auf. Auf einen erneuten Leserbrief hin passierte gar nichts, doch der „Frauenfußball“ blieb uns seither erspart. Wobei ich nicht recht weiß, ob die überhaupt gespielt haben.

Doch es geht noch doller. Heute berichtete ein von dem bevorstehenden Männerspiel Deutschland – Italien offenbar euphorisierter Thomas Hollmann im Inforadio des RBB, dass das Finale der Frauenliga dann und dann stattfinde. „Turbine Potsdam spielt gegen – oh, das habe ich jetzt vergessen. Das liefere ich Ihnen aber gleich nach.“ Abgang. Auftritt Nachrichten mit Verkehrshinweisen.

Als Hollmann wieder auf Sendung war, kein Wort von dem Frauenspiel und wer da gegen Turbine Potsdam antritt. Hätte ja wertvolle Sekunden gekostet, wo doch die Männer schon mit den Hufen scharrten. Später habe ich dann nicht mehr gehört.

Das hatte schon irgendwie die Qualität von „Schalke 05“. Doch was soll's. So genau will man es dann doch nicht wissen.