Beim Stöbern im Internet lande ich auf einer Seite, die es nicht gibt. Es erscheint die berüchtigte Fehlermeldung 404 mit der oben wiedergegebenen Mitteilung. Betrieben wird das von <post-adresse.de>. Der Stolz, die Nichtexistenz eines Menschen vermelden zu können, lässt unsere Freunde von der Post (stimmt gar nicht, ist alles google!) sich fast überschlagen: „Sehr geheerte (sic!) Damen und Herren“. Dann erscheint leicht abgewandelt die Meldung nochmals. Und schließlich geht’s ans Wünschen.
Darin aber erweist sich <post-adresse.de> als echt unschlagbar: „Weiter viel Spaß auf Post-Adresse.de“ – Moment mal, ich denke, die „ausgewählte Adresse gibt es nicht“! Womit also soll ich Spaß haben? Doch es geht noch weiter: „[…] und entschuldigen Sie diesen Fehler“. Ja, ist es denn ein Fehler, wenn jemand nicht existiert? Zumindest wohl keiner, den ein Internet-Portal zu verantworten hätte. Höchstens die Eltern des Gesuchten. Wen aber habe ich eigentlich gesucht?
Jetzt wird’s peinlich: mich selbst. So wie sich andere Menschen von Zeit zu Zeit im Spiegel betrachten, hatte ich mich meiner medialen Präsenz vergewissern wollen. Und fuhr dieses niederschmetternde Ergebnis ein: Es gibt mich gar nicht!
Jetzt nage ich daran herum und versuche, mich neu zu erfinden. Spaß ist das nicht.