Was war eigentlich mit dem Fußball während der Studentenbewegung los? Viel war zu lesen über die damaligen wilden Zeiten, als sich diese jüngst jährten. Doch vom Fußball war nie die Rede. Oder habe ich wieder nur einmal was verpasst?
Der Präsident des FC St. Pauli, Corny Littmann, kommt mir zu Hilfe. In einem taz-Artikel erinnert er sich, dass die heute ausgefochtenen Debatten und Auseinandersetzungen zwischen Ultras und Old-School-St.Paulianern“ an Unerbittlichkeit in nichts jenen zwischen den politischen Gruppen und Sekten während seiner Studienzeit „so zwischen 1973 und 1975“ nachständen. Mal abgesehen von der Frage, wie der Littmann das nur so beneidenswert schnell hingekriegt hat mit dem Studieren, scheint ihn diese Zeit doch nachhaltig beeindruckt zu haben. Denn er entsinnt sich noch (fast) aller Gruppierungen, die damals mitmischten: SSB, SSG, KB, KBW, KPD/AO, MSB Spartakus. Whow! Nur eine hat er vergessen, und gerade die hatte sich damals an einem der zentralen Orte des Geschehens verewigt, dem linken Fahrstuhl des Philosophenturms im Von-Melle- Park. Dort konnte man lesen (und kann es hoffentlich heute noch): „Für den Sieg im Volkspark. HSV/ML“. Nur einen Steinwurf weit von jenem Ort, an dem der Satz fiel, der die Studentenproteste auf den Punkt brachte: „Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren.“