Peter Müller war bis vor kurzem Ministerpräsident des Saarlandes. Als „Landesvater“ werden solche Personen, die höchsten Träger politischer Macht („Verantwortung“ im Politikerjargon) oft liebevoll tituliert, was an die angeblich guten alten Zeiten denken lässt, damals als die Landesväter hoch zu Ross durch das Land streiften, stete Ausschau haltend nach Landestöchtern, die sie am jus primae noctis teilhaben lassen konnten und sie en passsant oft zu Landesmüttern machten.
Heute werden solche Serenissimi gern als „Zaunkönige“ verspottet, was aber nichts daran ändert, dass sie eben jenes Fluidum allerdurchlauchtigster Heiterkeit versprühen. Bei Peter Müller mag dies nicht der Fall gewesen sein, doch was wissen wir eigentlich von ihm? Selbst mit einem sehr starken Fernrohr ließ sich von Berlin aus nicht ausmachen, was er da unten so trieb. War doch selbst ein sozialistischer Betonkopp wie Oscar Lafontaine nicht davor gefeit, für 6.000 Euro monatlich (oder waren es noch DM?) einen persönlichen Leibkoch einzustellen.
Nichts von alledem bei Peter Müller. Im Gegenteil, der wollte auf die weltlichen Freuden des MP-Amtes verzichten und gewissermaßen ins (politische) Kloster gehen, indem er sich um einen Posten als Verfassungsrichter bewarb. Hoho, schrieen da die Sozis auf, der hat ja gerade mal die Minimalvoraussetzung (Zweites Staatsexamen) für eine Juristenkarriere mit Ach und Krach geschafft. Wie kann denn so einer Verfassungsrecht sprechen? Es gebe Zweifel an seiner fachlichen Eignung.
Wenige Tage später bestanden die nicht mehr. Wie der Peter Müller das geschafft hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht durch ein Express-Praktikum. Vielleicht hat er ja auch einen Leibkoch, sagt es aber nur nicht jedem. Und den hat er eben mal an die Sozis ausgeliehen.