Christine Haderthauer ist eine der starken Frauen in der CSU, zur Zeit Arbeitsministerin in Bayern. Der berüchtigten Gabriele „Latex“ Pauli steht sie in Sachen Selbstbewusstsein nicht nach, auch ihre Schnoddrigkeit kann sich sehen lassen.
Heute Morgen stellte sie sich einer „Redezeit“ im RBB-Inforadio, es ging wieder einmal um die Frage „Inder oder Kinder“ (wird heute nur anders ausgedrückt.) Haderthauer warnte davor, denselben Fehler zu begehen wie in den sechziger Jahren, als man „Gastarbeiter“ ins Land holte, davon ausgehend, dass die ihren Job machen und dann wieder gehen, wie es sich für Gäste gehört. Taten sie dann aber nicht, denn wohin soll man gehen, nachdem man rund zehn Jahre im Stück, oft sogar ein ganzes Arbeitsleben lang in einem Land zugebracht hat? Da wachsen Wurzeln. Haderthauer hob warnend den Zeigefinger: Erst arbeiten sie (das hat sie so nicht gesagt, aber nun:), „dann fallen sie in unsere Sozialsysteme hinein.“ Die sie übrigens mitfinanziert haben. (Das hat sie auch nicht gesagt.)
„Fallen […] hinein“ hat sie gesagt. Klang aber, als habe sie gemeint: „fallen […] ein“
In demselben Gespräch gelang ihr eine Wortschöpfung, die das Zeug zum Wort des Jahres hat: „Design-Immigranten“ für auf den jeweiligen Bedarf hand-zugeschnittene Gastarbeiter. Die lehnt sie natürlich auch ab, denn was solle man mit solchen Einzelanfertigungen anfangen, wenn sich der Bedarf ändert? In der Textilbranche gibt es Änderungsschneidereien. Warum sollte man so etwas nicht auch für den Arbeitsmarkt entwickeln können. Ich freue mich schon auf Stellengesuche für einen:
„runderneuerten Design-Immigranten“.