Im Info-Radio wurde über die geplante Verlegung des Telekom Callcenters von Potsdam nach Frankfurt/Oder bzw. nach Magdeburg berichtet. Die Gewerkschaft veranstaltete einen Warnstreik, es wurden Betroffene interviewt. Der Ortswechsel sei nicht zumutbar, man könne sein soziales Umfeld nicht mitnehmen. Und auch nicht das Eigenheim.
Die Gewerkschaften haben mehr als ein Jahrhundert dafür gekämpft, dass die Arbeiter, heute Arbeitnehmer genannt, ein angemessenes Stück von dem Reichtum abbekommen, den sie erarbeitet, die Unternehmer bzw. Arbeitgeber aber gescheffelt haben. So manch ein Arbeitnehmer hat es geschafft, sich ein Eigenheim vom Mund abzusparen. Und ausgerechnet diese Teilhabe am Gewinn, Wohlstand genannt, disqualifiziert ihn, den Arbeitnehmer, Flexibilität zu erbringen, „verfügbar“ zu sein. Verfügbarkeit aber ist heute ein fast ebenso wichtiges Qualifikationsmerkmal wie, – sagen wir mal - , Gesundheit. Und so sitzt der Arbeitnehmer in der Wohlstandsfalle, - in dem Eigenheim.
So etwas Ähnliches hörte man bereits anlässlich des vorgesehenen Einsatzes von Arbeitslosen bei der Spargelernte. Es sei nicht zumutbar, jeden Morgen Hunderte von Kilometern zum Einsatzort zu fahren.
Bulgaren und Rumänen können das, sie schlafen in Zelten. Ihr Eigenheim nehmen sie nicht mit. Sie haben keins.