Das Ergebnis ist da, habeamus propositum. Zahlreiche Architekturbüros hatten sich an dem Wettbewerb um die Umgestaltung des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin beteiligt, nun wurde der Sieger gekürt, ein britisches Team erhielt den Zuschlag.
Und – was bieten sie uns? Einen Berg! Die Maus kreiste … . Nichts gegen einen Berg, im Architektenslang „The Berg“ zumal. Doch 60 Meter hoch – ist das ein Berg? Nein! Und folgerichtig titelt die taz: „Der Hügel ruft“.
Auch für mich war und ist ein Berg auf dem Flugfeld das größte Desideratum. Auf den Gedanken kam ich, als ich beim ersten Besuch des freigegebenen Geländes den Blick schweifen ließ und – Berlin nicht sah. Irgendwo am südlichen Rand waren einige Häuser auszumachen, zusammengealten durch ein autobahnähnliches Band. Doch macht das schon eine Großstadt aus? Berlin war den Blicken entschwunden. Man müsste einen Berg aufschütten, sagen wir mal 500 Meter hoch, von dem aus man den angeblichen Moloch Großstadt, in dessen Auge man sich ja gewissermaßen befand, hätte sichten können. Wohlgemerkt, 500 Meter hoch, aber doch nicht 60! Das reicht ja kaum, um über den Tellerrand zu schauen. Ich stelle mir das so vor: Du wanderst lange Stunden durch Wiesen und Felder, von nichts anderem umgeben als dem hintergründigen Rauschen des Verkehrs, fühlst dich wie in Brandenburg. Und plötzlich bekommst du Heimweh nach der Großstadt, wirst fast wahnsinnig vor Angst, die könne in der Zwischenzeit an Investoren verkauft worden sein. Was tun? Der Berg, wohlgemerkt der 500 Meter hohe, wäre die Rettung. Flugs ihn hochstürmend (das dient auch der Gesundheit!), könnte man sich vergewissern, dass die riesige bemenschte Fläche noch vorhanden ist, die den Berg umgibt. So fühlst du dich eher auf einer Insel inmitten der Großstadt. Ein Kletterfelsen dagegen verhöhnt unsere Motive, macht uns zu Freizeitangebotsnutzern.
Aber auch das ist Berlin.