Mit diesem Satz hatte man uns nach dem Krieg Angst gemacht. Wahrscheinlich während des Kriegs auch schon, aber das weiß ich nicht genau, da war ich noch zu klein. Als Kinder im Nachkriegsberlin allerdings gewannen wir ein eher positives Bild von den Russen. Sie waren in unser Haus einquartiert und kochten auf dem Hof. Wenn der Brei fertig war, riefen sie uns und gaben jedem eine Portion. Und nach dem Essen, so gehört es sich nun mal, gab’s eine Zigarette. Genauer gesagt die Zutaten, Machorka und Papier, basteln mussten wir selber. Unser Ehrgeiz jedoch kannte keine Grenzen, und so kam es, dass ich als Sechsjähriger meine erste Zigarette rauchen konnte. Eine russische. Als dann die Russen die Verkehrswege nach West-Berlin dicht machten (Blockade), erhob ich meine Stimme nicht dagegen. Was daraus wurde, wissen wir ja. Die Russen hatten nun ihr wahres Gesicht gezeigt. Sie bekamen lange Jahre bei uns im Westen kein Bein mehr auf die Erde.

Dann kam die Perestroika und alle hatten die Russen wieder lieb. Das nutz- ten die dann gleich aus, um westeuropäische Fußballvereine aufzukaufen. Chelsea, Schalke – Schalke!!! Was sagten damals eigentlich die Polen dazu, war doch Schalke ein so gut wie polnisches Kind? Libuda, Szepan, Kuzorra, Zajons, Urban, Przybylski und viele andere mehr mit polnischen Namen hatten dort gespielt.

Über Schalke (Gazprom) rissen die Russen einen Teil des deutschen Gasmarkts an sich. Dann waren die ínsolventen Wadan-Werften in Wismar / Warnemünde an der Reihe. Noch stottert dieser Deal etwas, der letzte (russische) Investor musste im Juni des Jahres Insolvenz anmelden. Soweit in Erfahrung zu bringen war, steht jetzt ein weiterer russischer Kaufwilliger in den Startlöchern, der ehemalige Energieminister Jussufow. Vielleicht werden ja dort künftig die U-Boote für die Bundeswehr gebaut.

Und nun Opel: Erst kommen die Russen als Retter, dann reissen sie sich das Know How unter die Nägel. Dass da ein neuer Wettbewerber, eine Schlange an der eigenen Brust genährt wird, das sehen die Amis ganz klar, wenn auch ein wenig spät. Aber Moment mal, haben die Amis uns nicht beigebracht, Wettbewerb sei gut, da er das Geschäft belebt? Und nun wollen sie ihn gar nicht! Vielleicht meinen sie ja auch Wettbewerb durch die USA, nicht gegen sie. Ach, werde einer schlau aus den Großmächten!

Doch es kommt noch doller: Zur Zeit läuft in Berlin die IFA, Internationale Funkausstellung. Da wird dem Publikum auch das digitale Radio schmack- haft gemacht. Doch leider hat man noch wenig content zu bieten, wie es so schön auf Neudeutsch heißt. Erwähnt wurde in einem Bericht des (analo- gen) Rundfunks etwas hämisch lediglich ein Gemeinschaftsprogramm eines britischen und deutschen Senders und – die deutschsprachige Sendung der „Stimme Russlands“. Bin gespannt, was die Russen wohl dafür haben wollen. Vielleicht die Mitarbeit beim Bundespresseamt.