Die taz hat die Hand am Puls. Und in der Tat: Die Küche wächst. Doch ist die Sorge um die zu Versorgenden wirklich der einzige Grund, all diese Apparaturen und Gerätschaften zu entwickeln und zu nutzen? Steckt dahinter nicht vielmehr (auch) der Wunsch, die Tätigkeit in der Küche aufzuwerten, und damit auch demjenigen, nein: derjenigen, die sie ausübt, einen Hauch von Wichtigkeit und Verantwortung zu verleihen? Kurzum: Nicht Auswege aus der Küche werden im neoliberalen Familienkonzept gewiesen, sondern die Küche wird zum Cockpit ausgebaut. Mutter soll ja schließlich nicht vom technischen Fortschritt ausgeschlossen werden. Und vielleicht ist der Tag ja nicht mehr fern, da man vom Pilotensessel aus all die Apparaturen und Instrumente in der riesigen Küchenlandschaft bequem bedienen kann. Das wäre dann genau der richtige Zeitpunkt, Vater das Kommando über die Küchentechnik zu übertragen. Schließlich ist das neue Kochen eine einsame Tätigkeit, der nur ein Mann gewachsen ist.
Einstweilen aber scheint es mir, als seien all diese Utensilien von Männern erfunden worden, um ihr schlechtes Gewissen dadurch zu kompensieren, dass sie ihren Frauen den Käfig vergolden.
Immerhin haben sie eines.