Die Zettel an einigen Straßenbäumen in meinem Wohnviertel waren alles andere als unscheinbar. Farbcopy trotz dominierendem Schwarz-weiß, mit Folie überzogen, durch starkes, nahezu unkaputtbares Klebeband am Stamm gehalten.
250 Euro wurden ausgelobt – für was? Für vier Sonnenbrillen und ein offenbar nur halbwegs funktionstüchtiges Stativ („Besonderheit: Dem Stativ fehlt die Aufnahmeplatte für die Kamera.“) Das Stativ spielte aber eher eine Nebenrolle, die Sonnenbrillen jedoch – olala, die hatten es in sich. Da prasselten illustre Namen (Armani, Ray-Ban, Oakley etc.) nur so auf den unbedarften Flaneur nieder. Der fragte sich, warum solche Stradivaris unter den Sonnenbrillen im Berliner Oktober unbewacht in einem Auto rumlagen. War das Wetter vielleicht doch nicht so?
Welch emotionale Eruptionen der Diebstahl bei den Eigentümern der Brillen ausgelöst hat, zeigt der abschließende Satz:
„[ … ] werden wir Sie finden und Sie nicht nur Strafrechtlich (sic!) sondern auch zivilrechtlich durch alle Instanzen verfolgen.“
Da bekommt man richtig Angst, und das nicht nur wegen der Rechtschrei- bung.
Aber mal ehrlich: Wer ist eigentlich so bescheuert und lässt eine Killerloop-Sonnenbrille mit leicht rötlichen Gläsern (Kaninchenversion?) im Armani-Etui in einem parkenden Auto (Marke?) liegen?