Der Name allein schon war verräterisch: Er erinnerte an das ganze, das große Deutschland, das der Vorkriegszeit und an die 1.Strophe des Deutschlandlieds. Und überhaupt atmete er wie auch das Bauwerk selber den Geist der Nazi-Zeit. Er stand nicht für die aggressive, brandschatzende und mordende Seite des Nationalsozialismus, sondern für nach Innen sich harmonisch gebende. Die Deutschlandhalle (1935 eingeweiht) steht in einer Reihe mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, mit Sportstars wie Max Schmeling und Künstlern wie Heinz Rühmann, Johannes Heesters oder Wilhelm Furtwängler. Ereignissen und Personen, mittels derer das Regime die Herzen seiner Untertanen zu gewinnen trachtete. Und dieses Bauwerk, seinerzeit als „größte Mehrzweckhalle der Welt“ gefeiert, vermittelte einen ersten Vorgeschmack der in den Köpfen vieler spukenden künftigen Hauptstadt Germania.
Wenn heute, am Tag des Abrisses zahlreiche Menschen dem Gebäude mit dem Ausdruck des Bedauerns das letzte Geleit gaben, sagt das mehr über den Verbleib nationalsozialistischen Denkens (und Fühlens!) in unserer Zeit als die zahlreichen Gedenkveranstaltungen gegen den Totalitarismus, die vielen Menschen nicht nur am Arsch, sondern auch am Kopf vorbeigehen