In der kleinen norddeutschen Stadt Celle gibt es eine Kneipe, „Bierbar Treff 16“ geheißen, in der gilt: „Das ist eine deusche Kneipe. Hier wird nur Deusch gechprochen.“

Wir wollen hier nicht an der eigenwilligen Orthographie herumnörgeln. So klingt es eben, wenn man voll deuschen Bieres chpricht.

Etwas anderes machte mich nachdenklich. Diejenigen, die Adressaten dieser Botschaft sind, die erreicht sie überhaupt nicht. Denn die sprechen ja eine andere Sprache als Deutsch. Müsste nicht also die Aufforderung des Betreibers (von „Wirt“ zu sprechen, verbietet sich wohl in Anbetracht des hier angeschlagenen Tonfalls) in allen relevanten Sprachen wiedergegeben werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen?

Ich weiß nicht, aus wie vielen Herkunftsländern die in Celle lebenden Ausländer kommen, in Deutschland insgesamt sind es rund 75. Vielleicht sind es in Celle nur 50. Aber, bitteschön, in deren Sprachen zumindest müsste doch auf den besonderen Charakter des Lokals hingewiesen werden. Soviel Xenophilie wird man doch wohl noch von den Trägern der deutschen Leitkultur erwarten können. Leider ist das Foto der Mitteilungstafel dieser „deuschen Kneipe“ nicht in der Internet-taz abgebildet. Die Bekanntmachung sieht durch und durch authentisch aus. Nicht zu klären war mit bloßem Auge, ob die Bierpreise in Euro oder Reichsmark notiert waren.