Wolfgang Joop, Modedesigner, berichtet im Inforadio Von seiner Kindheit.
Eines Tages stand der Vater vor der Tür, heimgekehrt aus der Kriegsgefangenschaft. Irgendwie stimmte es zwischen Vater und Sohn von Anbeginn nicht. Ich habe das auch so erlebt. Mein Vater, an den ich keine Erinnerung hatte, kam aus der UdSSR zurück, als ich Acht war. Mit Acht hast du bereits ein halbwegs unumstößliches Weltbild. Vor allem lässt du dir von so einem Dahergelaufenen nicht mehr dreinreden. Genau das aber hatte mein Vater versucht. Und Vater Joop offenbar auch.
Jedenfalls fragt der eines Tages den Sohn, ob er lieber wieder gehen solle. Und der Sohn sagte: Ja. Ohne wenn und aber. So wie Söhne das in diesem Alter so zu tun pflegen. Wenn man sie denn schon fragt.
Kommentar Joop heute zu der Alternative, vor die ihn sein Vater damals stellte. „Er war es ja gewohnt, dass die Frau ihm gehört. Und dass das Kind ihm gehört. Wie ein Ersatzreifen.“
Vielleicht auch ein Beitrag zum Thema Kindesmissbrauch. Missbrauch muss nicht unbedingt immer physisch sein.