Es ist Winter. Wieder hacken alle auf der Deutschen Bahn herum. Sie habe nicht rechtzeitig für die kalte Jahreszeit vorgesorgt, keine Reparaturkapazitäten für witterungsbedingte Ausfälle geschaffen oder gar das falsche, da winteruntaugliche ICE-Gerät angeschafft.
Doch man sollte die Kirche im Dorf lassen: Selten hat ein Unternehmen so weit vorausschauend geplant und gehandelt. Mit den ICE-Zügen der dritten Generation hat die DB bereits den Klimawandel antizipiert, auf unnötige Technik für den Wintereinsatz verzichtet, die wertvolle Energie und Fahrtzeit kosten würde. Dass bei der Berliner S-Bahn die Türen nicht schließen – wen stört’s angesichts bevorstehender subtropischer Winter? Man kann dem Betrieb schließlich nicht die Schuld dafür in die Schuhe schieben, wenn sich der Klimawandel nicht an den Fahrplan hält.
Ein gutes halbes Jahr später: Bei andauernder Hitze mit Temperaturen über 35° in diesem Sommer, schalteten die Klimaanlagen in ICE-Zügen einer bestimmten Baureihe (der neuesten) einstellungsbedingt ab. Ja, spitzen- mäßig! Jeder Autohersteller hätte für ein derartiges Umweltbewusstsein die Anwartschaft auf den alternativen Nobelpreis erworben.
Doch ist das nun weise Voraussicht oder technischer Defätismus?