Die Deutsche Bahn greift zur letzten Waffe: „Durchsagen in Buxtehude müssen nicht auf Englisch sein“, verkündete ein Bahnsprecher der taz gegenüber.
Für alle anderen wird das nicht für erforderlich gehalten, können doch die dort verfügbaren Ausländer kaum richtig Deutsch. Insofern ist es eine richtige Maßnahme, das Angebot an Hörverständnisübungen in der deutschen Sprache dort auszuweiten, ist es doch ein wichtiger Anschub für die sprachlich-kulturelle Integration.
Andererseits begibt sich die DB möglicherweise einer wichtigen Attraktion bei ihren Marketingbemühungen. Eine Zeitlang wurden auf der Verbindung Berlin-- Warszawa Zugbegleiter eingesetzt, denen in Schnellkursen einige polnische Sätze beigebracht worden waren. Sie wurden rasch zu einem Publikumsrenner. Man verstand zwar nichts von dem, was gesagt wurde, doch irgendwie ahnte man, dass es sich um eine Art Polnisch handelte, Eisenbahnpolnisch sozusagen. Kurz und gut, die überwiegend polnischen Passagiere hatten einen Heidenspaß, die deutschen Nachbarn in all ihrer Ungeschicklichkeit beobachten zu können, so dass ich den Eindruck hatte, dass die Passagierzahlen sprunghaft in die Höhe schnellten. Leider hat man dieses Programm sehr bald eingestellt.
Dabei wäre es der erste Schritt hin zu einer kulturellen Event-Logistik gewesen. Bald ginge es nicht mehr darum, irgendwo irgendwann anzukommen, – darin war die DB ja noch nie so richtig gut – , sondern die Reise selbst würde zum Ziel. So könnten wir eines Tages auf Wochenendfahrten unser Englisch oder Französisch auf Vordermann bringen, wobei die Klassenbezeichnungen (1. Klasse etc.) eine neue, wenn auch reziproke Aktualität erhielten. Darüber hinaus könnte man die Zugbegleiter gezielt nach ihrer fremdsprachlichen Kompetenz einsetzen, ständige Fortbildung vorausgesetzt.
Für Heimatverbundene: Auch Dialektexkursionen ließen sich in diesem Rahmen denken: „Auf Platt durchs Watt“ oder „Auf de schwäb`sche Eisebahne“ oder „Kommse rin, könnse rauskiecken!“. Dazu noch die entsprechende regionale Gastronomie, – wozu brauchen wir da noch Bahnhöfe? Zumindest so viele und schon gar in Buxtehude? Zehn müssten da doch ausreichen.
Jede Menge Innovationspotential also! Ärmel hochkrempeln, - und equal goes it loose.