Die Universitätsbibliothek Cottbus, genauer: das IKMZ der BTU, ist ein futuristischer Bau. Die Botschaft ist leicht herauszulesen, sie lautet: Die Provinz lebt!
Erst 2005 eröffnet, drohen nunmehr Besuchern und Passanten die Glasscheiben auf den Kopf zu fallen. So lebendig wiederum hatten sich die Landes- und Stadtväter ihre Triple Towers nun doch nicht vorgestellt. Kurzerhand wurde der Zugang zu den Büchern gesperrt. Das ist für alle Seiten eine Katastrophe, kommt nahezu einer Bücherverbrennung gleich. Ein nicht zugängliches Buch existiert nicht. Doch anders geht es wohl nicht, denn Bücher, auch existente und zugängliche, gehen schließlich nicht zur Wahl.
In der Zwischenzeit tagt eine Expertengruppe. Laut Inforadio soll sie „die Gründe des Abbruchs beraten“. Sinnvoller wäre es wohl aber, sie erst einmal zu finden.
Vielleicht sollte eine andere Expertengruppe die Beratungszeit nutzen, über eine Umkolorierung des Gebäudeinneren nachzudenken. Es könnte nämlich sein, dass die Glasscheiben oder – platten nicht technisch bedingt hinunter- gefallen sind, sondern sich aus Verzweiflung angesichts des ästhetischen Terrors in die Tiefe gestürzt haben, Fußgänger hin – Fußgänger her.