Selten hat mich ein Zeitungsartikel so erschüttert wie „Die Erbkrankheit“ in der taz vom 10. Januar 2014, Seite 13. Da leben sage und schreibe rund 40.000 Adlige in archaischer Selbstisolierung, sind gezwungen, Sex (haben Adlige eigentlich Sex? Oder sagen die GV?) im VW Bus zu haben, müssen die Dreckwäsche ihrer Brut mit der Hand säubern und haben noch nicht einmal Gelegenheit, den Hügel ihrer Vorfahren zu verteidigen (weil inzwischen fast alle Hügel für Autobahntrassen platt gemacht worden sind). Warum haben wir von diesen skandalösen Lebensverhältnissen nicht früher erfahren? Jeder hergelaufene Afrikaner vom Balkan kann hier Sozialleistungen abkassieren, doch für die Retter unseres Vaterlandes vergangener Jahrhunderte reicht es nicht einmal zum Gnadenbrot.
Dank sei der taz, dass sie uns wachgerüttelt hat! Ohne sie hätten wir nicht einmal geahnt, dass es derart bemitleidenswerte Menschen unter uns gibt. Jetzt sind wir aufgerufen, etwas zu tun. Es muss ja nicht viel sein, aber ein Zeichen sollten wir doch setzen. Wir könnten für ein Zelt auf dem Oranienplatz sammeln! Da können unsere Sozialaktivisten beweisen, dass sie nicht nur die Menschenrechte in China zu verteidigen verstehen.