Nun dämmert’s auch der professionellen Presse: Die Schlacht um Bundes- präsidenten ist ein ausgemachter Beziehungskonflikt. Man umarmt sich, herzt sich, hebt den anderen in den Himmel. Bis irgendwas geschieht, was die schöne Eintracht stört. Dann brennt binnen Sekunden die Luft, jegliche Vernunft ist suspendiert. So wird aus dem besten Freund zwangsläufig der schlimmste Feind.
Bei der Frage nach dem auslösenden Ereignis sind wir derzeit noch auf Spe- kulationen angewiesen. Doch ist das nur eine Frage der Zeit, bis dieser Punkt als der eigentliche Streitpunkt öffentlich verhandelt wird. Und es wird sein (wir haben es bereits früher gesagt): Wulffs Äußerung über den Islam als Teil der deutschen Gesellschaft.
Sollen wir Wulff also verteidigen?