Ich habe einen neuen Rechner. Und der hat runderneuerte Programme. Manche sind dadurch noch schwerfälliger geworden, manche dagegen haben richtig Fahrt aufgenommen.

Dazu zählt das Auto-Korrekturprogramm. Einst flüsterte es dem User eher bescheiden Vorschläge zu. Heute dagegen tritt es mit geschwellter Brust und der selbstverständlichen Annahme auf, besser zu wissen, was der Nutzer will. Und so korrigiert es munter drauf los. Wusste ich mich anfangs über die unfreiwillig komischen Verbesserungen vor Freude kaum zu lassen, so sind diese schenkelklopfenden Momente rasch einer frustrierten Resignation gewichen.

Einige habe ich anfangs aufgeschrieben, um zu dokumentieren, welch Geistes Kind die Programmarchitekten sind.

Statt Kasus will er Jesus .So kommt der bemerkenswerte Satz zustande:

Hier muss sogar der Jesus gewechselt werden.

statt: konditioniert > konditert

statt: genormte Elemente > enorme Elemente

statt: wissensewas > Wissenswertes statt: nett sein > Netzen

statt: Dessauer > Desaster

statt: Nakasendô (hist. Fernreiseweg in Japan) > nachhakend

Zugegeben, viele dieser Fehlkorrekturen sind initialen Tippfeh- lern meinerseits geschuldet. Diese „Stockfehler“ nutzt der Rech- ner gnadenlos, um sich selber in Szene zu setzen. Wenn die Maschine spürt, dass der Nutzer schwächelt, fährt er die volle Breitseite seiner komputativen und mnemotechnichen Autorität auf. Doch mit den sonst so inflationär verwendeten „Quittungstönen“ geizt er. Und so schreibt und schreibt man, ohne zu merken, dass der Satz vom Kopf her stinkt.