Die Wehrpflicht ist aufgehoben, sie nennen es zwar „vorübergehend ausgesetzt“, aber de facto haben wir jetzt eine Berufs-Bundeswehr. Begründet wurde diese Reform mit der mangelnden Wehrgerechtigkeit, denn nach dem Zufallsprinzip wurde nur ein kleiner Teil gezogen, der Rest konnte feiern gehen.

Mancher machte sich Sorgen, woher all die Freiwilligen kommen sollen. Da hatte einer eine kluge Idee: So viele ausländische Jugendliche finden keine Lehrstelle, hängen auf den Straßen rum und terrorisieren die Bevölkerung. Warum soll man denen nicht eine Chance geben und sie die wahren Feinde Deutschlands terrorisieren lassen? Gut gedacht!

Das hat Vorbilder: Nicht erst die französische Fremdenlegion diente als Recyclingbecken für Kriminelle aus aller Welt. Schon lange davor hatten die preußischen Könige angefangen, besonders hoch gewachsene und gut aussehende (!) Soldaten („Lange Kerls“) in ganz Europa zu sammeln und als Söldner in ihre Armee einzureihen. Viele von ihnen hatten Dreck am Stecken, hatten ihre bürgerliche Existenz aufgeben müssen. Noch weiter zurück? Gern: Die Römer wären ohne Soldaten aus den Reihen der von ihnen kolonialisierten und zur militärischen Kooperation gezwungenen Völker (foederati) gar nicht in der Lage gewesen, ihr Riesenreich zu kontrollieren. Auch im Mittelalter kämpften für wechselnde Herren in der Regel Söldner oder Landsknechte (s. Brecht, Mutter Courage). Und immer ging es um das eine: Der Kriegsherr brauchte Land, um damit seine Generäle zu entlohnen. Und die Söldner schließlich durften sich nehmen, was sie wollten. So kam jeder aufs seine Kosten. Erst die Herausbildung von Nationalstaaten mit stehenden Heeren hat diesem Spuk ein Ende bereitet. Deutsche Soldaten kämpften nun für die Ehre Deutschlands! Französische für die Frankreichs, und so weiter. Das mit der Aufbesserung des Taschengeldes wurde nicht an die große Glocke gehängt.

Doch ganz ausgestorben waren die Söldnerheere auch danach nicht, denken wir nur an die bereits erwähnte Fremdenlegion, die 1831 vom französischen König ins Leben gerufen wurde, getreu dem Motto: Warum sich selber die Hände schmutzig machen, wenn auch andere Hände haben? Dass Hitler sich ukrainischer Hilfstruppen bediente, um unter den Polen Angst und Schrecken zu verbreiten, ist hinlänglich bekannt. Die Deutschen machten sich dabei die historische Feindschaft zwischen diesen Brudervölkern zunutze. Erst als die Ukrainer auch deutschen Mädels an die Wäsche wollten, war Schluss mit lustig. Ihr Anführer wurde hingerichtet.

Und wofür kämpfen unsere Jungs heute? Für unsere Freiheit, für die sie notfalls auch am Hindukusch sterben. Ob das wohl gut geht, wenn Söldner für ideelle Werte ihr Leben lassen? Wie – , Soldaten seien doch keine Söldner? Dabei ist es doch so augenfällig, dass beide Wörter einen gemeinsamen Kern besitzen: Sold.