Selten hat ein Begriff eine derart rasante Karriere gemacht wie „Hartz IV“. Er wurde zum Synonym für Armut, die wie Pech an dem Träger klebt, so dass er kaum eine Chance hat, sie abzustreifen. Aus einem vorübergehenden Zustand (Arbeitslosigkeit) wurde ein andauernder, nun auch noch vererbbarer. Kinder von Hartz IV-Empfängern haben eine gute Chance, selber in einem Hartz IV-Leben zu landen, lautet die Feststellung in einer Info-Radio-Sendung, die Beispiele dafür vorstellt, wie man aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann. So soll es den Vorschlag geben, an Schulen mit hohem Anteil von Kindern aus armen Familien („Problemschulen“) das Leben mit / in Hartz IV als Unterrichtsfach anzubieten.
Bei „Arbeitslosigkeit“ denkt man unwillkürlich an ein Übergangsdasein. Warum sonst gäbe es Wortbildungen wie „Dauer-Arbeitslosigkeit“ oder „Langzeit-Arbeitsloser“? Bei Hartz IV erscheint der Weg zurück in den Arbeitsmarkt versperrt. Dabei hatte es doch eigentlich anders sein sollen. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?