„Arbeit ist Pflicht. […] Zwar droht dem Langzeitarbeitslosen keine Gefängnisstrafe, aber Sanktionen wie sinnlose 1-Euro-Jobs, sinnlose Schulungen oder Einkommenskürzungen werden häufig von den so Bestraften nicht als grundsätzlich anders erlebt. Sie dürfen sich nicht frei bewegen, müssen jede Art bezahlter Zwangsarbeit leisten und Details aus ihrem Privatleben offen legen. Das ist beschämend und würdelos in einem der reichsten Länder der Welt. Erwerbslose werden faktisch ihrer Grundrechte beraubt, die der Staats laut Grundgesetz eigentlich nur im Fall einer Straftat einschränken darf. Wie gesagt: Hartz IV ist offener Strafvollzug.“
Taz-Leser Michael Heinen-Anders zitiert diese Textstelle aus einem Buch von Götz W. Kohler / Adrienne Goehler: „1000 Euro für jeden“.
Jeder, der arbeitet, ist an die Spielregeln der Beschäftigung oder des Marktes gebunden. Er ist insofern nicht frei. Wenn nun ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ von 1000 Euro an jeden gezahlt würde, müsste man naiv sein, anzunehmen, die Gemeinschaft erwarte keine Gegenleistung. Zumindest ließe die rasch einsetzende Inflation das Grundeinkommen zu einem Häufchen von Kleingeld zusammenschmelzen.
Nur echte Arbeitslosigkeit macht frei.
PS: Gern hätte ich gewusst: Warum verstößt eine solche Behandlung von Arbeitslosen nur in reichen Staaten wie der Bundesrepublik Deutschland gegen die Menschenrechte?