Im nationalen Wettbewerb um die häufigste Benutzung des Wortes „klar“ nebst Derivaten in politischen Äußerungen hat jetzt der hessische SPD-Vorsitzende Torsten Schäfer-Gümbel in einem vor Klarheit nur so strotzenden Interview dem Deutschlandradio gegenüber seine Anwartschaft auf den Sieg unterstrichen.

In dem 7:59 Minuten dauernden, am 26. Januar 2015 ab 8:11 Uhr ausgestrahlten Gespräch mit der Redakteurin des Senders Silvia Engels, das von Schäfer-Gümbel in eher mäßigem Tempo geführt wurde, fiel seinerseits das Lexem „klar“ als Adverb oder Attribut ganze zwölf Mal (das sind 1,5 Mal pro Minute). Rechnet man semantisch nahe stehende Wörter wie „genau“ oder „unisono“ hinzu, so sind es 15 Erwähnungen, also fast zwei pro Minute. Dieser Anteil vergrößert sich dadurch zusätzlich, dass dem Wort „klar“ als rhetorischem Klimax ein Surplus an Artikulationszeit zugestanden wird, was seine gefühlte Präsenz überdies verlängert.

Leider ist es offenbar nicht möglich, dieses Gespräch zu dokumentieren. Bei dem Versuch erscheint die Meldung.

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Details:

In den Phrasenverbindungen mit „klar“ sind zu verzeichnen:

● (sehr) klar stellen

● sehr klar

● sehr sehr klar

● völlig klar

● klare/r/s [+Substantiv; überwiegend: „klare Haltung“]

Synonyme:

● unisono

● (sehr) genau hinschauen

Diese Präzisionsleistung dürfte von anderen Kandidaten nur schwer erreicht werden, zumal wir aus gewöhnlich gut informierten und zuverlässigen Quellen erfahren haben, dass Schäfer-Gümbel an einer weiteren Verdichtung hart arbeitet. Bei einer mittleren Dichte von 3 Klaren pro Minute sollte ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Prosit!

PS Nach meiner Erinnerung enthielte das Gespräch eine Passage, in der Schäfer-Gümbel mit kaum nachahmbarer Konfusion die zu den PEGIDA hingehenden bzw. nur dabeistehenden oder zufällig vorbeikommenden (wie wohl sein Parteivorsitzender) Menschen zu charakterisieren versucht. Offenbar ist diese Passage von den senderinternen Reinigungskräften vor der Abschiebung in die Mediathek entsorgt worden. Schade! Es wäre eine würdige Kandidatur für den Karl-Valentin-Preis gewesen.