Da brennt ein Teilnehmer der taz-akademie ein brillantes verbales Bildungs-Feuerwerk ab. Es gelingt Dominik Wehgartner nahezu alle gängigen Wortverbindungen mit „Bildung“ in einem kurzen, höchst vergnüglich zu lesenden Text zu vereinen und dabei die Beliebigkeit des Bildungsbegriffs bloßzustellen.
Und doch wird er von der Realität eingeholt. Das Info-Radio des RBB hat wieder einmal die Nase vorn. In einem Gespräch über Diskriminierung war die Rede von Menschen, „die nicht die Chance haben, einen Bildungs-
hintergrund zu erwerben“. Richtig gelesen: nicht Bildung, sondern Bildungshintergrund gilt es zu erwerben.
Ich versuche mir vorzustellen, wie ein Bildungshintergrund aussehen mag: Vermutlich eine Art Kulisse, die, von weitem betrachtet, beeindruckt, tatsächlich aber nur aufgemalt ist, also zweidimensional. Was fängt man wohl mit einem solchen an? Und was spielt sich vor ihm ab? Vielleicht tut sich da ja ein Bildungsabgrund auf. Dann aber dürfen wir guter Hoffnung sein: Wo ein Bildungsabgrund klafft, ist der Bildungsuntergang nicht weit.